In erster Linie...

Die traumsprachlichen Szenarien der Ölzeichnungen von Elisabeth Endres sind in die Honigfarbe der Erinnerung getaucht: Die gelb grundierten und mit Wachs überzogenen Blätter eines Auktionskatalogs aus den Zwanzigerjahren dienen als Ausgangsmaterial für experssive Bildungen des Imaginären, deren Schichtungen vergangene Seelengeschichte verdichtet und verfremdet reanimieren: Formuliert sich der Traumtext des Unbewussten in Endres` kleinformatigen Blättern in einer Art sprachlos-bildnerischer ecriture automatique, so bespielten Sandra Boeschensteins zeichnerischen Versuchsanordnungen gleichzeitig das Feld surrealer Diskurse.

Kunstforum Bd. 174 März 2005

Hans-Dieter Fronz

 

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